Julia Hilt Signet

Bye-bye, Earth — Außenposten der Menschheit und der ewige Traum von der Eroberung des Weltraums: Eine Sammlung neuer, alter und gescheiterter Zukunftsvisionen der Raumfahrt

Human Presence in Space

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Ob aus reinem Forschungsdrang oder als überlegte Schutzmaßnahme vor fatalen Umweltkatastrophen: irgendwann wird es die Menschheit aus dem Einflussbereich der Erdgravitation hinaus und in die Tiefen des Weltraums hinein treiben. Wenn es nach Unternehmern und Wissenschaftlern wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Stephen Hawking geht, kann dieser Zeitpunkt nicht schnell genug eintreten. Doch wo würden wir wohnen und wie würden wir leben?

Das Projekt Bye-Bye, Earth sammelt Ideen, die Leben auf Mond, Mars, Venus oder in unabhängigen Weltraumkolonien ermöglichen könnten. Verworfene Ideen, gescheiterte Träume und aktuelle Anstrengungen im kompakten Überblick: nie lagen Zukunft und Vergangenheit räumlich so nah beieinander.

Recherche und User Flow

Die Recherche, die am Anfang jedes Projekts steht, war hier besonders zeitintensiv. Zu vielen Missionen existierten nur lückenhafte oder widersprüchliche Daten, die aufwändig nachgeprüft werden mussten. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor war die Frage in welchem Umfang sich überhaupt Raumfahrtprojekte zu diesem Thema finden lassen. Als weit schwieriger erwies es sich schlussendlich eine klare Linie zwischen Science Fiction, Utopie und Zukunftsprognose zu ziehen. Je innovativer und ambitionierter die Projektideen formuliert waren, desto mehr verschwammen die Grenzen zwischen diesen Kategorien.

Nach mehreren Wochen Recherche beschlossen wir mit ingesamt 36 Projekten zu starten. Die Datensätze der einzelnen Projekte umfassen Informationen zur zeitlichen und räumlichen Einordnung, zu den Auftrags- bzw. Ideengeber und zum Fiktionsgrad. Der oben skizzierte Userflow erlaubt dem Benutzer die Exploration sortiert nach Zeit, Raum und Fiktion.

UI/UX

Bye-Bye, Earth ist eine explorative Infografik, die dem User die Möglichkeit gibt die kuratierte Projektsammlung Stück für Stück zu entdecken. Umlaufbahnen, Raketenstarts, Schwerelosigkeit – Bewegung spielt in diesem Themenkomplex eine zentrale Rolle, auch die User Experience orientiert sich daran.

Explosionszeichnungen

Wie visualisiert man Projekte, die großteils nie die Konzeptphase verlassen haben und zu denen kaum verwendbares Bildmaterial existiert? Eine Analyse unseres Datenbestands förderte jedoch einige frühe Konstruktionspläne und Konzeptzeichnungen zu Tage. So war der Ausgangspunkt geschaffen, um für jedes Projekt eine Explosionszeichnung als Keypiece der Projektseiten zu erstellen.

In der ersten Iteration stießen unsere komplexen Vektorgrafiken im Web schnell an technische Grenzen. Die Vielzahl der Einzelelemente zwang uns zu einer grundlegenden Entscheidung: Sollten wir die komplexen Explosionszeichnungen in Videoform bringen oder die Grafiken vereinfachen?
Um die spielerische User Experience zu erhalten, reduzierten wir in der zweiten Iteration schließlich die Komplexität so weit, dass sich die einzelnen Teile per css zuverlässig steuern und platzieren ließen.